Beschreibung
Allgemeine Beschreibung:
Das Gesamtprojekt besteht aus drei Bauteilen: dem Bürogebäude der Arge ERNEUERBARE ENERGIE und zwei Reihenhauszeilen mit je drei Häusern und ist ein Musterprojekt für die Entwicklung des Fertigteilhauskonzepts "SUNDAYS".
Alle Baukörper sind mit der Längsfassade nach Süden orientiert. Besonnungsstudien verhalfen eine Bebauung zu finden, bei der eine gegenseitige Beschattung vermieden wird. Das Bürohaus der Arge ERNEUERBARE ENERGIE ist an der Südkante des Grundstückes angeordnet, die Wohnhäuser nachfolgend.
Bebaute Fläche: 792,83 m²
Nutzfläche: 929 m², davon 292 m² Bürogebäude, die zwei weiteren Baukörper mit 290 m² bzw. 347 m² Wohnnutzfläche beherbergen sechs Wohneinheiten mit Größen zwischen 80 - 105 m².
Wohnbau:
Die zwei zweigeschoßigen Reihenhäuser sind in drei Klimazonen geteilt:
- die Erschließung im Norden
- die Wohnbereiche und
- die Wintergärten im Süden.
Bürobau:
Die technische Ausstattung, Baumaterialien und das Fertigteilsystem sind gleich wie im Wohnbau. Der Erschließungsbereich - Wintergarten bietet durch schwankende Temperaturen und Belichtungen hohe Erlebnisqualitäten.
Das Bürogebäude ist in zwei thermische und funktionelle Zonen gegliedert. Zwischen der Solar- Kollektorzone im Süden und den Büroräumen befindet sich eine massive und mit Lehm verputzte Solarspeicherwand um passiv gewonnene Sonnenenergie zu speichern und für das Raumklima ausgleichend zu wirken. Ergänzend dazu sind alle tragenden Wände und Decken in Massivholzplatten ausgeführt.
Die zentralen Energieeinrichtungen (Kollektoren, Speicher, Photovoltaik, Biomasseheizung, usw.) werden gemeinsam von den Wohngebäuden und dem Büro betrieben und es werden besondere Synergieeffekte erwartet.
Energiekonzept:
Die hoch wärmegedämmten Gebäude werden mit einer solaren Raumheizungsanlage und einer zentralen Pelletsanlage über ein Nahwärmenetz versorgt. Die Wärmeabgabe erfolgt über ein Wandheizsystem. Eine netzgekoppelte Photovoltaikanlage produziert einen Teil des benötigten elektrischen Stromes.
Energiekennwerte:
Gegenüberstellung des berechneten und gemessenen spezifischen Heizwärmebedarfs pro Jahr und m² beheizter Nettonutzfläche:
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Wohnung
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Büro
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| Berechnung (TRNSYS) |
33 kWh/m²a
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20 kWh/m²a
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| Messung (Saison 1999/2000) |
13 kWh/m²a
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8 kWh/m²a
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Die detaillierten Wärmebilanzen des Jahres 2000 finden sich als Download-Dokument unter Punkt "Weitere Informationen".
Konstruktion:
Konstruktionsweise
Entwicklung eines neuen Holzbausystems mit Vollwärmeschutz:
Massivholzbauweise kombiniert mit Betonspeicherwand im Gebäudezentrum. Wintergarten in Holzkonstruktion. Die Montage der Massivholzplatten erfolgt über Stahlwinkel bzw. Verschraubungen über die Stirnseite. Dämmstoff: Holz-Weichfaserplatten.
Die Elemente selbst wurden sowohl in Decken als auch im Wandbereich (lasttragend, luftdicht, dampfbremsend und queraussteifend) eingesetzt. Die eingesetzten Holzplatten sind in 3 Schichten (Wand 10 cm) bzw. 5 Schichten (Decke 12 cm) baubiologisch unbedenklich verleimt.
Außenwand:
Speziell entwickelte Sandwichkonstruktion: Sie besteht (von innen nach außen) aus einer Gipskartonbauplatte, aus einer fünfschichtigen Dickholzplatte (KLH-Platte der Firma Weirer), 20 cm Holz-Weichfaser-Dämmplatten und Silikatputz.
Decken und Dach:
Auch die Decken- und Dachaufbauten bestehen im Wesentlichen aus einer Dickholzplatte und 35 cm Holz-Weichfaser-Dämmstoff. Durch diesen Aufbau kann einerseits der geforderte Wärmedämmstandard kosten- und flächensparend erreicht werden und andererseits ermöglicht dies einen weitgehenden Vorfertigungsgrad. Einen weiteren Vorteil bietet die völlig wärmebrückenfreie Wandkonstruktion.
Fenster:
Holzfenster mit überdämmtem Rahmen und 2-fach Warmschutzglas (U-Wert 0,9 W/m²K)
Wintergartenverglasung: 3-fach-Wärmeschutzverglasung mit Silberbeschichtung und Kryptonfüllung (U-Wert 0,7 W/m²K)
U-Werte:
| Außenwand: |
0,17 W/m²K |
| Kellerdecke: |
0,25 W/m²K |
| Dach: |
0,11 W/m²K |
| Verglasung: |
0,7 (0,9) W/m²K |
Haustechnik:
Heizung:
zentraler Pelletsofen mit 40 kW, Niedertemperatur-Heizsystem mit Wand- und Fußbodenheizung; passive Sonnenenregienutzung durch den Wintergarten
Lüftung:
Kontrollierte Be- und Entlüftungsanlage mit Erdreichwärmetauscher. Die aus den Erdkollektoren kommende Frischluft kann wahlweise direkt in die Wohnräume oder in den Wintergarten geführt werden.
Warmwasser, Solaranlage:
Solaranlage nach dem Low-Flow-Prinzip mit Heizungseinbindung. Von den insgesamt 233 m² Kollektoren (großflächige Elemente, Absorber: Titan-Nitrit-Oxid-Beschichtung) befinden sich ca. 1/3 am Bürogebäude und bilden mit den Kollektoren der Wohngebäude eine gemeinsame Anlage. Die Anlage deckt ca. 80% des Warmwasserbedarfes und 50% des Heizungsbedarfes. 14 m³ Pufferspeicher.
Eine netzgekoppelte Photovoltaikanlage mit 1,4 kWp bringt einen Ertrag von etwa 1300 kWh pro Jahr.
Brauchwassernutzung durch gesammeltes Regenwasser.
Beleuchtung:
Bewußte Tageslichtnutzung durch eine vollverglaste Südfassade, vorgebauter Wintergarten
Weitere Informationen:
Solare Niedrigenergiehaussiedlung SUNDAYS, Gleisdorf, Österreich
Projektbeschreibung mit Messergebnissen
im Technologiebereich "Solarthermie"
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"Solare Niedrigenergiehaussiedlung SUNDAYS"
von Ing. Werner Weiß, Ing. Christian Fink, Arbeitsgemeinschaft ERNEUERBARE ENERGIE und Architekt Dipl.-Ing. Georg W. Reinberg
(5 Seiten, 28 kByte) |
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Wärmebilanzen des Jahres 2000
Detaillierte monatliche Aufstellungen des Heizenergieverbrauchs im Büro- und Messhaus
(Quelle: Arbeitsgemeinschaft ERNEUERBARE ENERGIE)
(2 Seiten, 15 kByte) |

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