Holzenergie-Contracting
Was versteht man unter Holzenergie-Contracting-Projekten?
Bei derartigen Modellen investiert eine bäuerliche Gruppe in die Biomasseanlage zuzüglich der baulichen Maßnahmen und mietet sich im Keller des Wärmeabnehmers ein. Der Betreiber ist für die Funktion, Wartung und Reparatur der Heizungsanlage verantwortlich. Der Wärmeabnehmer bezahlt wie bei einer Fernwärmeversorgung einen einmaligen Anschlusspreis sowie einen mittels Wärmezähler eruierten Wärmepreis.
Der Wärmeabnehmer hat mit der Heizungsanlage keinen organisatorischen Aufwand. Umliegende Gebäude werden bei gutem Leistungsverhältnis (direkt oder indirekt mit Wärmetauscher) mitversorgt.
Mit dem Holzenergie-Contracting soll die Umsetzung von Biomasseheizungen für Geschosswohnbauten, kommunale Gebäude und Gewerbebetriebe ermöglicht werden, ohne dass für den Interessenten die Investitionskosten zu tragen sind. Es wird vielmehr eine Art "Kleinst-Nahwärme-Anlage" geschaffen. Der Kunde erhält die Wärme zur Verfügung gestellt, ohne dass er sich um die Errichtung, Betrieb und Finanzierung der Anlage kümmern muss.
Erfolg der Holzenergie-Contracting-Projekte
Die Eigendynamik und die hohe Anzahl realisierter Projekte zeigt den Erfolg dieses Modells. Ging Ende 1995 das erste derartige Projekt in Betrieb, so waren Ende 1999 bereits mehr als 40 derartige Modelle (mit ca. 4.000 kW Leistung) störungsfrei und mit hoher Akzeptanz in Betrieb.
Sind bei solchen Projekten die Abnehmer derzeit meistens öffentliche Institutionen (Gemeindeamt, Kindergarten, Volksschule) oder private Wohngebäude, geht eine wesentliche Stoßrichtung jedoch in den Bereich der Versorgung von Geschosswohnbauten. Die anfängliche Skepsis von Seiten der Wohnbaugenossenschaften konnte ebenfalls bereits ausgeräumt werden.
Kosten eines Holzenergie-Contracting-Projekts
Die Preise für derartige Modelle stellen sich derzeit wie folgt dar:
Für die Betreiber (bäuerliche Gruppe) sind ca. 10 bis 15 % Eigenmittel aufzubringen - der Rest kann mit Anschlusserlösen und Investitionsförderungen (derzeit ca. 30 bis 40%) gedeckt werden. Hierbei können die betreibenden Landwirte für den Schüttraummeter Weichhackgut ATS 250 exkl. USt. erzielen bzw. die Wartungs- und Betreuungsarbeiten nach Stundensatzempfehlungen des Österreichischen Kuratoriums für Landtechnik und Landentwicklung (ÖKL) ca. ATS 100 pro Stunde verrechnen.
Für die Abnehmer ergeben sich daraus übliche Biomassefernwärmetarife:
| Laufender Gesamtwärmepreis: |
ATS 0,75 bis 0,85 exkl. Ust. pro kWh
bei Niedrigenergiehaus-Projekten etwa um 10% höher |
| Einmalige Anschlusskosten: |
ATS 2.000 bis 3.500 pro kW bei Altbauten
ATS 2.500 bis 4.000 pro kW bei Neubauten |
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